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Ratgeber 8 Min. Lesezeit

Mieterselbstauskunft richtig ausfüllen

Die Wohnungssuche in Deutschland gleicht oft einem Marathonlauf mit Hindernissen. Nach endlosem Durchforsten von Portalen und dem nervenaufreibenden Besichtigungstermin ist die Freude groß, wenn die Zusage endlich da ist. Doch dann kommt das nächste Hürde: die Mieterselbstauskunft.

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Immo Vorsprung
25. Januar 2026 104 Aufrufe
Mieterselbstauskunft richtig ausfüllen

Die Wohnungssuche in Deutschland gleicht oft einem Marathonlauf mit Hindernissen. Nach endlosem Durchforsten von Portalen und dem nervenaufreibenden Besichtigungstermin ist die Freude groß, wenn die Zusage endlich da ist. Doch dann kommt das nächste Hürde: die Mieterselbstauskunft. Dieses Formular ist mehr als nur ein lästiges Stück Papier – es ist Ihr persönliches Aushängeschild gegenüber dem Vermieter und oft der entscheidende Faktor, ob Sie den Zuschlag für Ihre Traumwohnung erhalten. In einem hart umkämpften Mietmarkt, in dem Vermieter aus zahlreichen Interessenten wählen können, entscheidet eine professionell ausgefüllte Selbstauskunft über Sieg oder Niederlage. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie die Mieterselbstauskunft richtig ausfüllen, typische Fehler vermeiden und Ihre Chancen auf die Wohnung maximieren.

Was ist eine Mieterselbstauskunft und warum ist sie so wichtig?

Die Mieterselbstauskunft, oft auch einfach als Selbstauskunft bezeichnet, ist ein standardisiertes Formular, mit dem potenzielle Mieter ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse offenlegen. Sie dient dem Vermieter als zentrale Grundlage für seine Entscheidung. Während der Besichtigung kann man Sympathiepunkte sammeln, doch die harten Fakten liefert das Mieter Formular.

Die Funktion aus Vermietersicht

Vermieter möchten das Risiko eines Mietausfalls oder von Zahlungsschwierigkeiten minimieren. Die Selbstauskunft hilft ihnen dabei, Ihre Bonität, Zuverlässigkeit und Lebenssituation einzuschätzen. Sie beantwortet Fragen wie: Kann der Mieter die Miete langfristig zahlen? Ist er solvent? Gibt es mögliche Risikofaktoren wie Schufa-Einträge oder eine unstete Berufsbiografie?

Rechtliche Grundlagen und Grenzen

Wichtig zu wissen: Eine Mieterselbstauskunft ist gesetzlich nicht verpflichtend. Sie basiert auf Freiwilligkeit. Allerdings wird sie auf dem deutschen Mietmarkt praktisch immer verlangt, und wer sie verweigert, hat meist keine Chance auf die Wohnung. Dennoch sind den Fragen Grenzen gesetzt. Der Vermieter darf nur Daten erfragen, die für den Mietvertrag relevant sind (sog. "Fragerecht"). Fragen nach der Religionszugehörigkeit, einer Schwangerschaft oder der politischen Gesinnung sind unzulässig und müssen nicht beantwortet werden.

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Vorbereitung ist alles: Diese Unterlagen brauchen Sie

Bevor Sie den Stift in die Hand nehmen oder das digitale Formular öffnen, sollten Sie alle notwendigen Dokumente parat haben. Nichts wirkt unprofessioneller, als Angaben raten oder später korrigieren zu müssen. Eine gute Vorbereitung beschleunigt den Prozess und signalisiert Seriosität.

  • Personalausweis oder Reisepass: Für die korrekte Schreibweise Ihres Namens und die Personalausweisnummer.
  • Gehaltsnachweise der letzten 3 Monate: Lohn- oder Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen Steuerbescheide und BWA.
  • Arbeitsvertrag bzw. Nachweis über das Arbeitsverhältnis: Zeigt die Dauer und Sicherheit Ihrer Anstellung.
  • Schufa-Bonitätsauskunft: Diese sollten Sie idealerweise schon vorab selbst anfordern (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist kostenlos), um zu wissen, was der Vermieter sieht.
  • Kontoauszüge (optional, aber empfehlenswert): Können bei freiberuflicher Tätigkeit oder als zusätzlicher Liquiditätsnachweis dienen. Schwärzen Sie dabei alle nicht relevanten Transaktionen.
  • Kontaktdaten des aktuellen/letzten Vermieters: Für die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung oder als Referenz.
  • Angaben zu eventuellen Mitmietern: Deren vollständige Daten und Einkommensnachweise.

Die Mieterselbstauskunft Schritt für Schritt richtig ausfüllen

Nun geht es ins Detail. Wir gehen durch die typischen Abschnitte eines Mieterselbstauskunft-Formulars und zeigen, worauf Sie achten müssen.

1. Angaben zur Person (Mieter)

Hier geht es um Ihre grundlegenden Identitätsdaten. Füllen Sie diese lückenlos und genau so aus, wie sie in Ihrem Personalausweis stehen.

  • Vollständiger Name: Vor- und Nachname ohne Abkürzungen.
  • Geburtsdatum und -ort: Wichtig für die Identifikation.
  • Aktuelle Anschrift: Inklusive Einzugsdatum. Eine lange Wohnhistorie an einer Adresse spricht für Stabilität.
  • Familienstand: Einfach und wahrheitsgemäß angeben. Dies ist eine zulässige Frage, da sie Auswirkungen auf die Kündigungsfristen haben kann.

2. Berufliche und finanzielle Situation

Dies ist der Herzstück der Selbstauskunft. Der Vermieter will sichergehen, dass die Miete sicher gezahlt werden kann. Als grobe Faustregel gilt: Das Nettohaushaltseinkommen sollte mindestens das 2,5- bis 3-fache der Warmmiete betragen.

  • Arbeitgeber und Position: Nennen Sie den offiziellen Firmennamen und Ihre Stelle.
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses: Eine unbefristete Stelle ist ein Pluspunkt. Bei befristeten Verträgen können Sie die Option auf Verlängerung oder Ihre guten Berufsaussichten im Anschreiben erwähnen.
  • Monatliches Nettoeinkommen: Tragen Sie Ihr regelmäßiges, durchschnittliches Nettoeinkommen ein. Boni oder Überstunden nur, wenn sie garantiert sind.
  • Weitere Einkünfte: Hier gehören z.B. Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte oder Unterhalt. Nur angeben, wenn sie regelmäßig und nachweisbar sind.
  • Angaben zu Bankverbindung und Kreditinstitut: Diese Angabe ist zulässig. Sie dient später für den Lastschrifteinzug der Miete.

3. Angaben zur aktuellen Wohnsituation

Ihr bisheriger Vermieter ist Ihre wichtigste Referenz.

  • Name und Kontaktdaten des Vermieters: Korrekt und vollständig angeben.
  • Gründe für den Auszug: Formulieren Sie positiv und sachlich. "Beruflicher Wechsel", "Vergrößerung des Wohnraums aufgrund Familienzuwachs" oder "Wunsch nach einer moderneren Ausstattung" sind gute Beispiele. Vermeiden Sie Kritik am alten Vermieter oder Nachbarschaftsstreit.
  • Derzeitige Miete: Eine höhere neue Miete sollte plausibel sein. Können Sie sich die neue Wohnung plötzlich leisten? Erklären Sie es ggf. mit Gehaltserhöhung oder neuer Stelle.

4. Angaben zu Mitmietern und Haustieren

Absolute Transparenz ist hier Pflicht. Jede später "entdeckte" Person oder ein Tier kann ein Kündigungsgrund sein.

  • Alle Mitbewohner und Familienmitglieder: Vollständige Daten aller Personen, die einziehen werden, inklusive deren Einkommensnachweise.
  • Haustiere: Auch wenn das Formular nicht direkt danach fragt – erwähnen Sie Haustiere immer offen. Ein späteres Einbringen gegen den Mietvertrag führt fast immer zu Konflikten. Fragen Sie im Zweifel nach.

5. Bonitätsprüfung und Schufa-Klausel

Fast jedes Mieter Formular enthält eine Einwilligungserklärung zur Bonitätsprüfung bei der Schufa oder anderen Auskunfteien.

  • Lesen Sie genau: Sie erlauben damit dem Vermieter, eine Bonitätsauskunft über Sie einzuholen.
  • Eigeninitiative zeigen: Indem Sie eine aktuelle, selbst mitgebrachte Schufa-Auskunft beilegen, sparen Sie dem Vermieter Zeit und Gebühren und zeigen Offenheit. Eine einwandfreie Schufa ist Ihr größtes Kapital.

Häufige Fehler in der Selbstauskunft und wie Sie sie vermeiden

Kleine Unachtsamkeiten können große Wirkung haben. Diese Fallstricke sollten Sie kennen:

Fehler 1: Unvollständigkeit und Ungenauigkeiten

Leer gelassene Felder werfen Fragen auf. "Weiß nicht" oder "später" wirkt unseriös. Wenn ein Feld nicht zutrifft, schreiben Sie "entfällt" oder "-".

Fehler 2: Falsche oder geschönte Angaben

Von bewussten Falschangaben ist dringend abzuraten. Sie stellen eine Täuschung dar und können zur fristlosen Kündigung und Schadensersatzansprüchen führen. Seien Sie ehrlich, auch bei weniger optimalen Umständen.

Fehler 3: Unleserlichkeit und Schlamperei

Eine handschriftlich ausgefüllte, unleserliche oder verkritzelte Selbstauskunft hinterlässt einen schlechten Eindruck. Füllen Sie das Formular am Computer aus oder schreiben Sie deutlich in Druckbuchstaben.

Fehler 4: Fehlende Unterschrift und Datum

Vergessen Sie nicht, das Formular zu unterschreiben und zu datieren. Ohne Unterschrift ist es ungültig.

Fehler 5: Keine Kopie für sich selbst anfertigen

Machen Sie immer eine Kopie oder ein Foto der ausgefüllten Selbstauskunft. So haben Sie im Blick, was Sie wem wann geschickt haben.

Besondere Situationen: So gehen Sie geschickt damit um

Nicht jeder Lebenslauf ist geradlinig. Doch auch mit Besonderheiten können Sie punkten, wenn Sie sie richtig kommunizieren.

Als Selbstständiger oder Freiberufler

Vermieter sehen hier oft ein höheres Risiko. Sie können gegensteuern:

  • Legen Sie aussagekräftige Unterlagen vor: Steuerbescheide der letzten 2-3 Jahre, aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), Kontoauszüge.
  • Zeigen Sie Stabilität: Wie lange sind Sie schon selbstständig? Wie entwickelt sich der Umsatz?
  • Bieten Sie eine Mietbürgschaft einer solventen Person oder eine höhere Kaution an.

Mit befristetem Arbeitsvertrag

Eine Befristung muss kein Ausschlusskriterium sein.

  • Erwähnen Sie im Anschreiben positive Zukunftsaussichten: "Der Vertrag wird mit hoher Wahrscheinlichkeit verlängert" oder "Das Unternehmen plant, die Stelle dauerhaft zu besetzen".
  • Weisen Sie auf Branchenstabilität und Ihre gute Performance hin.
  • Ein höheres Ersparnis auf dem Konto kann als Puffer dienen.

Mit Schufa-Einträgen

Transparenz ist der einzige Weg. Verschweigen Sie nichts, denn der Vermieter wird es sehen.

  • Belegen Sie die aktuelle positive Entwicklung: Zeigen Sie aktuelle, unbezahlte Rechnungen und belegen Sie, dass alte Forderungen beglichen sind.
  • Erklären Sie den Eintrag kurz und sachlich (z.B. "durch eine vorübergehende Arbeitslosigkeit in 2024 bedingt, die seit [Datum] überwunden ist").
  • Bieten Sie eine Bürgschaft oder eine höhere Kaution an, um Vertrauen aufzubauen.

Checkliste: Ist Ihre Mieterselbstauskunft bereit zur Abgabe?

Bevor Sie das Formular absenden, gehen Sie diese Punkte durch:

  • Alle Felder sind vollständig und wahrheitsgemäß ausgefüllt (ggf. mit "entfällt").
  • Name, Adresse und Geburtsdatum stimmen mit dem Personalausweis überein.
  • Das Nettoeinkommen ist korrekt berechnet und nachweisbar.
  • Alle angegebenen Mitbewohner sind aufgeführt.
  • Haustiere sind offen kommuniziert.
  • Kontaktdaten des aktuellen Vermieters sind korrekt.
  • Die Schufa-Selbstauskunft liegt bei (oder ist beantragt).
  • Das Formular ist unterschrieben und datiert.
  • Alle angeforderten Nachweise (Gehaltsabrechnungen, Schufa, etc.) sind kopiert und beigelegt.
  • Fazit: Ihre Selbstauskunft als Türöffner zur Traumwohnung

  • Die Mieterselbstauskunft ist kein bloßes Formular, sondern eine strategische Bewerbung um Ihre neue Wohnung. Sie gibt dem Vermieter Sicherheit und Ihnen die Chance, sich von der Masse abzuheben. Indem Sie sorgfältig, wahrheitsgemäß und vollständig antworten, demonstrieren Sie Verantwortungsbewusstsein und Seriosität – Eigenschaften, die jeder Vermieter schätzt. Dieser Artikel hat Ihnen gezeigt, dass auch bei einem nicht ganz perfekten Profil Ehrlichkeit und gute Vorbereitung entscheidend sind. Ein fehlerfreies Formular zur Selbstauskunft ist Ihr erster Schritt zu einem erfolgreichen Mietverhältnis. Aber die Reise beginnt schon früher: mit der Suche nach der richtigen Wohnung. Bei ImmoVorsprung stöbern Sie nicht nur in unzähligen Angeboten, sondern profitieren von intelligenten Suchfiltern und transparenten Informationen, die Ihnen einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Finden Sie Ihre Traumwohnung und seien Sie mit dem Wissen aus diesem Leitfaden perfekt auf die Selbstauskunft vorbereitet. Ihr nächster Schritt: Besuchen Sie ImmoVorsprung.de und entdecken Sie Ihr neues Traumzuhause. Mit der richtigen Vorbereitung und einer professionell ausgefüllten Mieter-Selbstauskunft steht Ihrem Einzug nichts mehr im Wege.
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Immo Vorsprung

Autor bei ImmoVorsprung

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