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Ratgeber 8 Min. Lesezeit

Mieterselbstauskunft richtig ausfüllen: Anleitung

Die Wohnung ist perfekt, die Lage ideal, die Besichtigung lief super – und dann kommt sie: die Mieterselbstauskunft. Dieses scheinbar simple Formular entscheidet oft darüber, ob Sie den heiß begehrten Mietvertrag unterschreiben oder doch wieder eine Absage erhalten.

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Immo Vorsprung
28. Januar 2026 29 Aufrufe
Mieterselbstauskunft richtig ausfüllen: Anleitung

Die Wohnung ist perfekt, die Lage ideal, die Besichtigung lief super – und dann kommt sie: die Mieterselbstauskunft. Dieses scheinbar simple Formular entscheidet oft darüber, ob Sie den heiß begehrten Mietvertrag unterschreiben oder doch wieder eine Absage erhalten. In einem angespannten Mietmarkt, in dem Vermieter ihre Wahl zwischen zahlreichen Interessenten haben, ist eine professionell ausgefüllte Selbstauskunft Ihr wichtigstes Werkzeug, um positiv aufzufallen. Sie ist mehr als nur eine Formalie; sie ist Ihre erste schriftliche Visitenkarte. Doch welche Angaben sind Pflicht, welche freiwillig? Wie präsentiert man sich glaubwürdig und vertrauenswürdig? Und welche Fallstricke gilt es zu vermeiden? In dieser umfassenden Anleitung führen wir Sie Schritt für Schritt durch das Ausfüllen der Mieterselbstauskunft, geben Ihnen wertvolle Tipps aus der Praxis und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Chancen auf die Traumwohnung deutlich erhöhen.

Was ist eine Mieterselbstauskunft?

Bei einer Mieterselbstauskunft handelt es sich um ein standardisiertes oder vom Vermieter individuell erstelltes Formular, das potenzielle Mieter ausfüllen. Es dient dem Vermieter oder der Hausverwaltung als erste wichtige Informationsquelle, um Ihre Bonität und Zuverlässigkeit als Mieter einzuschätzen. Rechtlich gesehen ist es eine vorvertragliche Auskunft – das heißt, Sie sind verpflichtet, die Angaben wahrheitsgemäß zu machen. Falsche Informationen können später ein Grund für eine außerordentliche Kündigung sein.

Im Gegensatz zur Schufa-Auskunft, die Ihre finanzielle Kreditwürdigkeit zeigt, bietet die Selbstauskunft ein umfassenderes Bild: Sie informiert über Ihre persönlichen und beruflichen Verhältnisse, Ihre bisherigen Mietverhältnisse und gibt Auskunft darüber, wer mit Ihnen einzieht. In der heutigen digitalen Welt wird das Mieter Formular oft schon vor der Besichtigung online angefordert, um eine Vorauswahl zu treffen. Daher lohnt es sich, die Unterlagen stets aktuell und parat zu haben.

Vorbereitung: Das brauchen Sie zum Ausfüllen

Bevor Sie mit dem Ausfüllen beginnen, sollten Sie alle relevanten Dokumente und Informationen zusammentragen. Eine gute Vorbereitung spart Zeit und verhindert Flüchtigkeitsfehler oder Lücken im Formular.

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Dokumente und Daten, die Sie bereitlegen sollten:

  • Persönliche Daten: Vollständiger Name, Geburtsdatum, Geburtsort, aktuelle Anschrift.
  • Ausweisdokumente: Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses.
  • Finanzielle Nachweise: Die letzten drei Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen Steuerbescheide oder Bilanzen. Einen aktuellen Arbeitsvertrag mit unbefristeter Dauer ist besonders vorteilhaft.
  • Informationen zum aktuellen Vermieter: Name, Adresse und Kontaktdaten für eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung oder als Referenz.
  • Schufa-Bonitätsauskunft: Eine aktuelle (nicht älter als 4-6 Wochen) "Schufa-BonitätsAuskunft" für Privatpersonen. Diese können Sie online bei der Schufa beantragen.
  • Daten zu Mitmietern: Falls weitere Personen einziehen, benötigen Sie deren vollständige Daten und Einkommensnachweise ebenfalls.

Die Mieterselbstauskunft Schritt für Schritt ausfüllen

Nun geht es an das eigentliche Ausfüllen. Wir gehen die typischen Abschnitte eines Mieter Formulars durch und erklären, worauf Sie achten müssen.

1. Abschnitt: Persönliche Angaben

Hier tragen Sie Ihre grundlegenden Daten ein. Seien Sie vollständig und korrekt.

  • Name, Vorname: Wie im Ausweis angegeben.
  • Geburtsdatum & Ort: Wichtig für eventuelle Bonitätsprüfungen.
  • Aktuelle Anschrift: Inklusive Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse (vorzugsweise mit Ihrem Namen).
  • Familienstand: Einfach ankreuzen. Für Vermieter ist vor allem relevant, ob weitere Personen (Ehepartner, Kinder) einziehen.

2. Abschnitt: Angaben zur Berufstätigkeit und zum Einkommen

Dies ist für den Vermieter der wichtigste Abschnitt, da er Ihre finanzielle Leistungsfähigkeit sicherstellen muss. Die klassische Faustregel: Die warme Miete sollte nicht mehr als ein Drittel Ihres Nettohaushaltseinkommens betragen.

  • Name und Adresse des Arbeitgebers: Bei großen Unternehmen auch die Abteilung angeben.
  • Berufliche Stellung/Position: z.B. "Softwareentwickler", "Kaufmännische Angestellte".
  • Art des Beschäftigungsverhältnisses: Unbefristet, befristet, in Probezeit, selbstständig. Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ist ein großer Pluspunkt.
  • Monatliches Nettoeinkommen: Seien Sie genau. Addieren Sie bei festen Nebenjobs oder regelmäßigen Zulagen (z.B. Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld, geteilt durch 12) diese hinzu. Bei selbstständiger Tätigkeit geben Sie Ihr durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen der letzten zwei bis drei Jahre an.
  • Einkommensnachweise beilegen: Heften Sie Kopien der Gehaltsabrechnungen an. Das gibt Sicherheit.

3. Abschnitt: Aktuelles und vorheriges Mietverhältnis

Der Vermieter möchte wissen, ob Sie ein zuverlässiger Mieter sind, der pünktlich zahlt und die Wohnung pfleglich behandelt.

  • Aktuelle Wohnung: Adresse, Name des Vermieters, Mietdauer, Höhe der aktuellen Miete (kalt/warm), Kündigungsfrist.
  • Kontaktdaten des aktuellen Vermieters: Für eine Referenzanfrage. Informieren Sie Ihren aktuellen Vermieter vorab höflich darüber, dass er möglicherweise kontaktiert wird.
  • Grund für den Auszug: Nennen Sie einen plausiblen, positiven Grund wie "Beruflicher Wechsel", "Wunsch nach größerer/kleinerer Wohnfläche" oder "Verdichtung der Wohnsituation". Vermeiden Sie Konflikte mit dem aktuellen Vermieter als Grund.
  • Vorherige Wohnungen: Geben Sie, falls gefordert, die letzten ein bis zwei Wohnadressen an. Lücken im Lebenslauf wirken misstrauisch.

4. Abschnitt: Angaben zu weiteren Mietern und Haustieren

Absolute Transparenz ist hier Pflicht. Verheimlichen Sie keine Personen oder Tiere – dies wäre ein Kündigungsgrund.

  • Mitmieter: Tragen Sie alle Personen ein, die mit einziehen werden (Partner, Kinder, WG-Mitbewohner). Für jede erwachsene Person sollte idealerweise eine separate Selbstauskunft mit eigenem Einkommensnachweis ausgefüllt werden.
  • Kinder: Geben Sie Anzahl und Alter an. Für Vermieter ist das für die Planung von Kita-Plätzen oder die Einschätzung der Lautstärke relevant.
  • Haustiere: Fragen Sie im Zweifel vorab beim Vermieter nach, ob Haustiere erlaubt sind. Geben Sie Art, Rasse und Größe des Tieres an. Ein vorsätzliches Verschweigen führt fast immer zu Problemen.

5. Abschnitt: Bonitätsauskünfte und Einwilligungen

Hier bestätigen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben und erteilen oft Einwilligungen für Bonitätsprüfungen.

  • Schufa-Klausel: Sie erlauben dem Vermieter, eine Bonitätsauskunft über Sie einzuholen. Das ist Standard. Sie können auch Ihrer Bewerbung direkt eine eigene, aktuelle Schufa-Auskunft beilegen – das wirkt vorbereitet und seriös.
  • Erklärung zur Richtigkeit: Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass alle Angaben der Wahrheit entsprechen. Denken Sie daran: Falschangaben haben rechtliche Konsequenzen.
  • Datenverarbeitung: Sie willigen ein, dass Ihre Daten zum Zweck der Mietvertragsprüfung verarbeitet werden dürfen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Kleine Fehler können große Wirkung haben. Hier sind die typischen Fallstricke bei der Mieterselbstauskunft:

Fehler 1: Unvollständige oder unleserliche Angaben

Lassen Sie keine Felder frei, es sei denn, sie sind ausdrücklich als optional markiert. Schreiben Sie deutlich oder füllen Sie das Formular am Computer aus, wenn möglich. Ein unvollständiges Formular signalisiert Desinteresse oder Nachlässigkeit.

Fehler 2: Ungenaue oder geschönte Einkommensangaben

Geben Sie Ihr Nettoeinkommen korrekt an. Übertreibungen fliegen spätestens beim Vorlegen der Gehaltsabrechnungen auf. Seien Sie bei variablen Einkommen (Provision, Selbstständigkeit) ehrlich und legen Sie entsprechende Nachweise (Steuerbescheide) vor.

Fehler 3: Negative Formulierungen beim Auszuggrund

Formulieren Sie den Auszuggrund sachlich und positiv. Schreiben Sie nicht "Streit mit lautem Nachbarn" oder "Vermieter war unfreundlich". Besser: "Suche nach einer ruhigeren Wohnlage" oder "Wunsch nach einem moderneren Wohnumfeld".

Fehler 4: Fehlende Unterschrift oder Dokumente

Vergessen Sie nicht, das Formular zu datieren und zu unterschreiben. Heften Sie alle angeforderten Nachweise (Gehaltsabrechnungen, Schufa) vollständig bei. Reichen Sie eine komplette Bewerbungsmappe ein.

Fehler 5: Verschweigen von Mitmietern oder Haustieren

Dies ist der klassische Vertrauensbruch. Ein später "überraschend" auftauchender Partner oder Hund führt fast immer zu Konflikten und kann den Mietvertrag gefährden. Seien Sie von Anfang an transparent.

Checkliste: Ist Ihre Mieterselbstauskunft bereit zur Abgabe?

Kontrollieren Sie vor dem Absenden oder Abgeben jedes Detail mit dieser Checkliste:

  • Persönliche Daten: Vollständig, korrekt und leserlich eingetragen?
  • Einkommensnachweise: Die letzten 3 Gehaltsabrechnungen kopiert und angeheftet?
  • Schufa-Auskunft: Aktuell (max. 4-6 Wochen alt) und beigelegt?
  • Vermieterkontakt: Kontaktdaten des aktuellen Vermieters korrekt?
  • Auszugsgrund: Positiv und sachlich formuliert?
  • Mitbewohner & Haustiere: Alle angegeben, ggf. mit separaten Selbstauskünften?
  • Vollständigkeit: Alle Felder ausgefüllt (sofern zutreffend)?
  • Unterschrift & Datum: Nicht vergessen?
  • Gesamteindruck: Sauber, ordentlich und professionell?

Rechtlicher Rahmen: Was Vermieter (nicht) fragen dürfen

Nicht alles, was in manchen Mieter Formularen steht, ist auch rechtlich zulässig. Sie müssen nicht auf jede Frage antworten.

  • Zulässige Fragen: Fragen nach finanzieller Leistungsfähigkeit (Einkommen, Beruf), nach bisherigen Mietverhältnissen, nach der Personenzahl und nach Haustieren sind grundsätzlich erlaubt.
  • Fragwürdige / Unzulässige Fragen: Fragen nach einer bestehenden Schwangerschaft, detaillierte Fragen nach Krankheiten oder einer Schwerbehinderung, nach der Religionszugehörigkeit oder der politischen Gesinnung sind unzulässig und müssen nicht beantwortet werden. Auch die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses kann in der Regel nicht verlangt werden.

Wenn Sie unsicher sind, können Sie bei unzulässigen Fragen das Feld freilassen oder höflich anmerken, dass Sie diese Information aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht preisgeben. Ein seriöser Vermieter wird das akzeptieren.

Fazit: Ihre professionelle Selbstauskunft als Türöffner

Eine sorgfältig ausgefüllte, vollständige und wahrheitsgemäße Mieterselbstauskunft ist in der heutigen Wettbewerbssituation um attraktive Wohnungen unverzichtbar. Sie zeigt dem Vermieter, dass Sie ein verantwortungsbewusster, organisierter und solventer Mieter sind. Gehen Sie das Formular nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance an, sich von Ihrer besten Seite zu präsentieren. Mit den Vorlagen, Checklisten und Tipps aus diesem Artikel sind Sie bestens gewappnet.

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Immo Vorsprung

Autor bei ImmoVorsprung

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